Tropischen Temperaturen getrotzt

Spezialkräfte der Feuerwehr geschult – 12 CSA- Träger gefordert

Amberg-Sulzbach.
Zum zweiten male lud der Fachbereiche Gefahrgut gemeinsam mit dem
Fachbereich Atemschutz zu einem Wiederholungslehrgang für Chemikalienschutzanzüge ein.
Unter der Leitung von Kreisbrandmeister Alexander Graf  fanden sich am vergangenen Wochenende 12 CSA-Träger aus dem ganzen Landkreis im Gerätehaus Vilseck ein.
10 Ausbilder schulten die Aktiven im Bereich Gefahrgut und Chemie-Schutzausrüstung.
Kreisbrandrat Fredi Weiß zeigte sich stolz und zufrieden.
Im großen Spektrum des Feuerwehrdienstes gehören neben den Brand- und Unfallszenarien, Gefahrguteinsätze zu den „Gott sei Dank“ eher selteneren, aber wohl zu den anspruchvollsten Einsätzen.
Verlangen sie doch von den Wehrmännern enorme Vorkenntnisse zur Stofferkennung, sowie körperliche Ausdauer und Geschicklichkeit .Um im Ernstfall für diesen Einsatz gerüstet zu sein, bot die Landkreisfeuerwehr den Wehren mit Zusatzausrüstung Gefahrgut, bzw. schwerem Atemschutz im vergangenem Jahr zwei Grundlehrgänge für Chemikalienschutzanzüge, kurz CSA (siehe „Hintergrund“) an.
Dabei standen die Grundtätigkeit, das tragen des schweren Chemikalienschutzanzuges, die Bewegungsabläufe und die Sicherheit beim arbeiten, im Vordergrund.
Mit dem Wiederholungslehrgang der am vergangenen Samstag in Vilseck stattfand knüpfte man an diese Ausbildung an. Die Aktiven wurden dazu an Gerätschaften, sowie den Arbeitsabläufen im Gefahrguteinsatz geschult.
12 CSA-Träger, aus den Feuerwehren Neukirchen, Schnaittenbach, Haselmühl, Freudenberg, Ebermannsdorf und Trasslberg, fanden sich am Samstag Morgen im Schulungssaal der FF Vilseck ein.
Fachbereichsleiter KBM Alex Graf (Ursensollen) eröffnete um 08:30 Uhr den Lehrgang.
KBM Graf unterstrich, die Notwendigkeit dieser Ausbildung aber auch die zusätzliche Belastung der Feuerwehrangehörigen. So sei es nicht jedem gegeben, eingeengt und von der Außenwelt abgeschnitten in einem schweren Schutzanzug zu arbeiten und zu helfen. Umso erfreuter sei er,
das trotzdem wieder Aktive bereit seien sich dieser Strapaze zu unterziehen.
Es werde bei gemeldeten rund 30° C kein leichtes und die Aktiven werden an ihre Granzen geraten, so Graf.
Viel Wasser zum auffrischen des Flüssigkeitshaushaltes sowie ein Rettungssanitäter stehe zur Sicherheit der Lehrgangsteilnehmer  bereit, gab Graf bekannt.
Bedingt durch die tropischen Temperaturen zog man den praktischen Teil vor und kürzte den Theorieteil um der Mittagshitze auszuweichen.
Nach organisatorischen Hinweisen durch  KBM Graf stieg man in den Lehrstoff ein.
Am Gerätewagen Gefahrgut der FF Amberg bekamen die Lehrgangsteilnehmer durch Michael Werner (FF Amberg) eine Ein- und Unterweisung an Gerätschaften die im Ernstfall zum Einsatz kommen können. Gefahrstoffumfüllpumpen wurden aufgebaut und Edelstahl Behältnisse errichtet.
Parallel unterrichtete KBM Graf im Lehrsaal über die Eigenschaften und den Umgang mit „Brennbarer Flüssigkeiten“ .
Im Anschluß verlegte man zum Betriebsgelände der städtischen Kläranlage Vilseck.
Bürgermeister startete dem Lehrgang einen Besuch ab und zeigte sich stolz das dieser Lehrgang in Vilseck statt finde, er wünschte einen guten und unfallfreien Verlauf. Die Spezialkräfte erwartete nun ein Übungsparkur  in dem es galt verschiedene Stationen unter schwerem CSA zu bewältigen. Station eins war dem richtigem Anlegen der Schutzkleidung sowie der Registrierung und Atemschutzüberwachung gewidmet. Bei Station zwei galt es Stoff, bzw. Gefahren zu erkunden. Dazu mussten Leitern Bestiegen werden sowie Gefahrgutkennzeichnungen die an einem Großbehälter der Kläranlage angebracht waren gedeutet und eingeordnet werden. Durch die eingeschränkte Sicht im Vollschutzanzug eine nicht ganz einfache Aufgabe, die Symbole und
UN-Nummern zu lesen und zu erkennen. Station drei war der Geschicklichkeit gewidmet. An einer Übungsleitung musste mit Hilfe von Schrauben und Muttern ein Flansch ausgetauscht werden. Durch das fehlende Feingefühl bedingt durch starre Schutzhandschuhe viel es nicht leicht  Schrauben und Schraubenschlüssel anzusetzen. In der Station vier galt es das Auslaufen und somit das Ausbreiten einer unbekannten Flüssigkeit zu verhindern. Diese ergoss sich in grüner Farbe aus undichten Kanistern die auf einem LKW  geladen waren. Dazu musste, kräfte zehrend, eine Säurebeständige Plane untergezogen werden.
An der fünften Station wurde mittels der Handmembranpumpe, aus dem Gerätewagen Gefahrgut, eine angenommene „gefährliche Flüssigkeit“ von einem Fass in ein anders gepumpt, eine schweißtreibende Angelegenheit.
An der sechsten und letzten Ausbildungsstation wurden die Wehrmänner entkleidet, medizinisch Überwacht und konnten sich bei kühlen Getränken erholen.
Um 12:00 Uhr gaben die Ausbilder das Übungsende bekannt und konnten so die zusätzliche Belastung der Teilnehmer durch steigende Außentemperaturen vermeiden. Nach einem Mittagessen im Gerätehaus Vilseck, fanden sich Ausbilder und Lehrgangsteilnehmer wieder im Lehrsaal ein. Lehrgangsleiter KBM -Gefahrgut Alexander Graf, KBM- Atemschutz Rudolf Kummert  und  KBR Fredi Weiß,
zeigte sich zufrieden mit der abgelegten Leistung. Der Lehrgang sei trotz erschwerter Bedingungen ohne Probleme abgelaufen, so Graf. Es sei wichtig dass auf Landkreisebene alle den selben Wissens- und Ausbildungsstand haben, besonders im Bereich Gefahrgut müssen alle Hangriffe nahezu blind sitzen. Mit dieser Ausbildung sei man dem Ziel, im Lkr Amberg – Sulzbach Flächendecken Spezialkräfte auszubilden einen Schritt näher gekommen. Großer dank galt der FF Vilseck, unter Kommandant Lothar Hasenstab, sowie der Stadt Vilseck für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und der logistischen Unterstützung, weiterer Dank der FF Amberg für Ausbildung am Gerätewagen Gefahrgut und der kompetente Unterstützung, Graf verwies abschließend auf zwei CSA- Grundlehrgänge die vom Fachbereich Atemschutz im Herbst angeboten werden. KBR Fredi Weiß dankte den Fachbereichen Gefahrgut und Atemschutz sowie den Lehrgangsteilnehmern und den Ausbilder für ihren Einsatz und überreichte die Teilnahmebestätigungen an die Teilnehmer.
Mit den Worten „Allzeit unfallfreie Einsätze und gute Heimkehr“ schloss KBM Graf am Samstag Mittag den zweiten Wiederholungslehrgang für CSA Träger des Lkr. Amberg – Sulzbach.

HINTEREGRUND:

CSA ist die offizielle Abkürzung für Chemikalienschutzanzüge.  Diese gehören zur Persönlichen Schutzausrüstung der Spezialkräfte bei Gefahrguteinsätzen. Vorraussetzung für den Träger ist die Sportmedizinische Untersuchung G26/3 –Atemschutzträger. Der Träger ist im CSA komplett von seiner Umwelt isoliert, so dass er in radiologisch, chemisch oder bakteriologisch kontaminierter Umgebung arbeiten kann. Zur Atemluftversorgung trägt der CSA-Träger meistens einen Pressluftatmer auf dem Rücken.Die Einsatzzeit ist für den Träger des CSA aufgrund der hohen körperlichen wie psychischen Belastung auf 20 bis maximal 25 Minuten begrenzt. Hinzu kommt noch die Zeit, die für die Dekontamination des Trägers benötigt wird. Um gerade bei sommerlichen Temperaturen die Temperaturbelastung zu verringern, können Kühlwesten darunter getragen werden oder ein Lüftungssystem mit Schläuchen in Arme und Beine im Anzug eingesetzt werden. Die hierfür benötigte Luft wird meistens aus dem Atemluftkreislauf entnommen und reduziert somit allerdings den Atemluftvorrat bei Verwendung z.B. eines Pressluftatemgerätes. Ein weiterer begrenzender Einfluss ist die eingeschränkte Beständigkeit gegenüber den diversen Chemikalien.
Im Landkreis Amberg – Sulzbach werden Flächendecken CSA Träger aus- und weitergebildet, die in Großschadenslagen mit Gefährlichen Stoffen zusammengezogen werden.
Derzeit verfügt der Landkreis über 50 ausgebildete CSA-Träger
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„Mit Erfolg konnten 12 Aktive Feuerwehrangehörige den Wiederholungslehrgang - CSA abschließen“