Monatsrückblick: Februar

Die Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach mussten im Februar zu 228 Einsätzen ausrücken. Die Einsatzzahlen sind im letzten Monat aufgrund der beiden Sturmtiefs höher als sonst. Im Februar haben wir uns mit dem Thema "eCall" auseinander gesetzt.

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Seit März 2018 müssen ab dann neue Automodelle mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgerüstet sein. Wie die digitale Ersthilfe genau funktioniert und wer von der EU-Verordnung betroffen ist - wir klären wichtige Fragen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit März 2018 sind Autohersteller in der EU verpflichtet, ihre neu zu genehmigenden Fahrzeugmodelle mit sogenanntem eCall auszustatten.
  • Neu genehmigte Fahrzeugmodelle bis 3,5 Tonnen müssen fortan einen digitalen Ersthelfer eingebaut haben, der bei einem Unfall automatisch Hilfe ruft.
  • Ältere Fahrzeuge sind von der EU-Verordnung nicht betroffen, können aber freiwillig nachgerüstet werden.

Bei schweren Verkehrsunfällen zählt jede Sekunde. Sind Unfallbeteiligte verletzt, unter Schock oder gar bewusstlos, kann es lange dauern, bis Rettungskräfte überhaupt alarmiert werden. Wertvolle Zeit geht so verloren. Zudem kann auch die genaue Angabe des Unfallorts in Stresssituationen problematisch sein und ebenfalls lebenswichtige Minuten kosten.

Aus diesem Grund ist das automatische Notrufsystem Emergency Call – kurz "eCall" – seit dem 31. März 2018 in allen EU-Mitgliedstaaten Pflicht. Die EU-Verordnung 2015/758 verpflichtet Autohersteller seitdem, neu zu genehmigenden Fahrzeugmodelle mit eCall-Systemen auszustatten. Der digitale Ersthelfer im Auto soll Notrufstellen bei Verkehrsunfällen schnell und präzise informieren und infolge die Zahl der Verkehrstoten deutlich reduzieren.

Wie funktioniert eCall im Auto?

Bei schweren Autounfällen, bei denen z.B. Airbags auslösen, setzen eCall-Systeme automatisch einen 112-Notruf ab. Alternativ können aber auch Fahrzeuginsassen ein SOS-Signal händisch auslösen – etwa bei einer Herzattacke des Mitfahrers.
In beiden Fällen nutzt eCall Mobilfunk und Satellitenortung, um aus dem Auto heraus eine Sprachverbindung zur nächstgelegenen Rettungsleitstelle herzustellen. So kann die Notrufzentrale umgehend Kontakt mit den Insassen aufnehmen. Sind diese ansprechbar, können sie weitere Unfalldetails durchgeben. Im eCall-System, wie es die EU verlangt, besteht für Autohalter zudem die Wahlmöglichkeit, dass der Notruf erst an ein Notfall-Callcenter des Herstellers geht.

Zudem informiert das eCall-System die Rettungskräfte per Satellitenortung über den genauen Standort des Wagens, den Zeitpunkt des Unfalls, das Fahrzeug sowie die Art der Alarmauslösung. So ist auch, wenn die Unfallbeteiligten nicht ansprechbar sind, sichergestellt, dass alle für die Hilfskräfte notwendigen Informationen ohne Zeitverlust übermittelt werden.

Zur technischen Ausstattung benötigt das automatische Notrufsystem einen GPS-Empfänger und Galileo-Ortungsdaten, eine Mobilfunkantenne, ein Steuergerät mit fest verbauter SIM-Karte, eine Verbindung zum Airbag-Steuergerät und eine Freisprechanlage.

Text und Bild: Florian Schlegel (FBL Öffentlichkeitsarbeit)