Der rote Knopf am Feuerwehrhaus

Jeder kennt ihn – den roten Handdruckmelder an einem Feuerwehrhaus, Rathaus oder ähnlichen Gebäuden. Nur was passiert denn genau, wenn man diesen Knopf drückt?

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Auch im Zeitalter moderner Alarmierungstechnik mit immer kleiner werdenden und individuell programmierbaren Funkmeldeempfängern hat die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren über Sirene immer noch einen hohen Stellenwert.

Während es in größeren Städten undenkbar wäre, die Feuerwehr bei oft mehreren Einsätzen pro Woche über Sirene zu alarmieren, ist dies besonders für kleinere Feuerwehren auf dem Land mit oft wenigen Einsätzen im Jahr meist die einzige Möglichkeit, überhaupt alarmiert werden zu können. Sie verfügen in der Regel über keine oder nur wenige Meldeempfänger.

Aber auch größere Wehren, die aufgrund der Einsatzhäufigkeit im Normalfall nur "still" über Meldeempfänger alarmiert werden, halten zusätzlich an der Möglichkeit der Sirenenalarmierung fest, um im Bedarfsfall bei größeren Schadenslagen möglichst viele Einsatzkräfte erreichen zu können.

In der "Verordnung über öffentliche Schallzeichen" ist festgelegt, welche Schallzeichen für bestimmte Situationen zu benutzen sind. Das Schallzeichen für Feueralarm ist in § 1 geregelt:

  • 1 Alarm bei Feuer oder anderen Notständen

Den Gemeinden, den von ihnen beauftragten Stellen und den Feuerwehren ist es vorbehalten, mit Sirenen folgendes öffentliches Schallzeichen zu geben, um den Alarm bei Feuer und anderen Notständen als Katastrophen auszulösen:

dreimal einen in der Höhe gleichbleibende Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen.

Die erste Möglichkeit ist die Auslösung der Sirenensteuerung über den Handdruckmelder, besser bekannt als "Feuermelder". Der Druckknopf ist beleuchtet und mit einer dünnwandigen einschlagbaren Glasscheibe vor versehentliches Betätigen geschützt. Dieser Feuermelder setzt nur die örtliche Sirene in Betrieb und es erfolgt keinerlei Weiterleitung an die Integrierte Leitstelle.

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Zur Bedienung des Feuermelders ist im Prinzip nicht viel zu sagen: Zum Auslösen des Feueralarmes ist die Scheibe einzuschlagen und der Knopf mehrere Sekunden lang zu drücken. Danach ist unbedingt das Eintreffen der Feuerwehr abzuwarten, um ihr den Schadensort und die Schadenslage bekannt zu geben. Wenn man diesen Feuermelder betätigt, sollte man noch zusätzlich die Notrufnummer 112 wählen, denn dort erfolgt eine qualifizierte Notrufabfrage in der Integrierten Leitstelle. Der Notruf 112 ist in Europa der einheitliche und direkte Draht zu schneller Hilfe. Auch in sämtlichen Handynetzen führt sie zur zuständigen Notrufzentrale. Generell ist zu sagen, dass die Wahl der Notrufnummer „112“ der erste Weg des Notrufs absetzen sein soll. Denn dadurch werden auch andere notwendige Einheiten, wie z.B. Rettungsdienst, Polizei, usw., parallel alarmiert werden können.

Fazit: Den Zeitvorteil, den man durch das schnelle Auslösen des Feuermelders scheint zu haben, wird man relativ schnell wieder verlieren, da zusätzliche Einsatzmittel in der Alarmierung fehlen. Selbst die Mobiltelefone sind mittlerweile so gut, dass sie sich in unterschiedliche Netze bei einem Notruf einbuchen, unabhängig vom abgeschlossenen Vertrag.

Es ist auch schon vorgekommen, dass nur die örtliche Feuerwehr über Feuermelder alarmiert wurde, die Feuerwehr am Feuermelder (meist FF Haus) keine Person vorgefunden hat um überhaupt die Örtlichkeit zu erfragen und so wiederum wertvolle Zeit verloren ging bis man die Örtlichkeit gefunden hat.

Der Hintergrund: Dienstreise, Urlaub oder einfach so: Die Mobilität innerhalb Europas ist hoch; eine EU-weit einheitliche Notrufnummer also sehr sinnvoll. So müssen sich die Menschen statt mehrerer Notrufnummern nur noch die 112 merken – und bekommen überall adäquate Hilfe!

Der Anruf: Die Notrufnummer 112 kann von überall her erreicht werden: Egal ob Festnetz, öffentliches Telefon oder Mobiltelefon. Beim Handy muss allerdings eine SIM-Karte eingelegt sein.

Die Kosten: Das Gespräch über die Notrufnummer ist immer kostenlos!

Die Antwort: Wer bei der 112 ans Telefon geht, ist auf Notfälle vorbereitet: In Abhängigkeit vom jeweiligen nationalen System für den Bevölkerungsschutz kommt der Notruf zumeist bei Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei an. Wer dort ans Telefon geht, ist für die Notrufabfrage geschult und spricht beispielsweise in Deutschland häufig auch Englisch; in Grenznähe auch die Sprache der Nachbarregion.