Fachgruppe Drohne bald startklar

Mit nun zehn ausgebildeten Drohnenpiloten kann die Fachgruppe Drohne des Landkreis Amberg-Sulzbach voraussichtlich zum Jahreswechsel in Dienst gestellt werden.

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Kreisbrandmeister (KBM) Armin Daubenmerkl (Wutschdorf) leitet die neue Fachgruppe Drohne im Kreisfeuerwehrverband Amberg-Sulzbach und sein Kreisbrandmeisterkollege Dominik Ernst (Wolfsbach) unterstützt ihn dabei. Stationiert und bedient wird das Fluggerät von Aktiven der Feuerwehr Kümmersbruck und von dort rücken die Feuerwehrkräfte aus, wenn die Fachgruppe benötigt wird. Insgesamt hat der Landkreis für die Drohnen und Zusatzausrüstung rund 22.000 € dafür ausgegeben.

Nach zwei Jahren intensiven Planungen und Überlegungen konnten nun zehn aktive, überwiegend aus der Feuerwehr Kümmersbruck erlernten, wie man mit dieser Technik umgeht. An einem Wochenende wurden sie von Michael Klingsöhr (Firma Copting aus Braunschweig) zu Drohnenpiloten mit dem Kenntnisnachweis gem. §21D LuftVO (Luftverkehrs-Ordnung) ausgebildet. Insgesamt 18 Stunden (neun Stunden Theorie und neun Stunden Praxis) dauerte die Ausbildung, welche von den aktiven Feuerwehrkräften wieder einmal in ihrer Freizeit für das Ehrenamt absolviert wurde, dies unterstrich auch Kreisbrandrat Fredi Weiß. In der Theorie ging es um Inhalte des Drohnengesetzes, der Luftverkehrsordnung, des Luftverkehrsgesetzes. Hingegen bei der Praxis lernten die Feuerwehrdienstleistenden unter anderem, wie man eine Drohne sicher fliegt und landet.

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Die Drohnen, welche der Landkreis Amberg-Sulzbach angeschafft hat, verfügen über zwei Wärmebildkameras und einer Echtzeitkamera. Eingesetzt werden solche Drohnen bei nicht zeitkritischen Einsätzen, so Weiß beim Gespräch. Einsatzszenarien für einen Drohneneinsatz sind zum Beispiel, Suche von Personen, Industriebrand, Gefahrguteinsatz, Hochwassereinsatz und Öl auf Gewässer. Eine Drohne kann bei einem Gefahrguteinsatz zur Erkundung „vorgeschickt“ werden, um Schilder auf dem verunfallten Lastwagen zu prüfen, bevor Einsatzkräfte vorrücken. Daubenmerkl argumentierte es folgendermaßen: „Überall, wo ich eine Drohne einsetzte, muss ich kein Leben riskieren.“

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Die Feuerwehr Kümmersbruck wurde als Drohnen-Standort ausgewählt, da die Feuerwehr recht zentral im Landkreis liegt und laut Aussage des Kommandanten Alwin Holzner dort auch viele Einsatzkräfte tagsüber greifbar sind. Ansprechpartner bei der Feuerwehr Kümmersbruck im Thema Drohne ist der Vorsitzende Christopher Richter. „Wir sind insgesamt 26 Personen im Drohnenteam, welche in ein Schichtsystem eingeteilt sind“. Es rücken immer sieben Einsatzkräfte bestehend aus vier Piloten, einen Sichter, einen Gruppenführer und einem Maschinisten zu einem Drohneneinsatz aus, so Richter. Geplanter Start für das Drohnenteam ist voraussichtlich zum Jahreswechsel. Bis dahin begleiten wir Einsätze nur zu Übungszwecken.

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Bei der „Kenntnisnachweis“-Übergabe konnte der Kreisbrandrat Fredi Weiß allen recht herzlich für ihr Engagement bedanken. „Die Drohne ist für alle Feuerwehren im Landkreis nun Neuland.“, so Weiß. Kreisbrandinspektor und 3. Bürgermeister der Gemeinde Kümmersbruck Hubert Blödt sei stolz, dass das Drohnenteam in der Gemeinde Kümmersbruck stationiert ist. Michael Klingsöhr durfte an Christopher Richter, Daniel Pohl, Alwin Holzner, Stephan Horst, Ralf Mauel, Matthias Götz, Matthias Lotter und Felix Götz (alle FF Kümmersbruck), sowie die Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl (Wutschdorf) und Dominik Ernst (Ensdorf) abschließend den Kenntnisnachweis überreichen.

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Das Onetz war zu Gast bei der Ausbildung und hat ein Video dazu gedreht:

Video von Onetz


Bericht und Bilder: Florian Schlegel